Eröffnungsfeier der neuen Bergrettungswache

Isny
Sobald ein Einsatz von Rettungskräften nicht mehr auf gut zugänglichen Straßen stattfindet, sondern in unwegsamem Gelände, kommen sie zum Einsatz - die Bergretter, die es seit 1957 auch in Isny gibt. Am Samstag fand die offizielle Einweihung der Bergrettungswache in den umgebauten Räumen der ehemaligen DRK-Leitstelle im Bufflerweg statt.
Till Eßlinger, neuer Bergwachtleiter, der seit fünf Jahren bei der Sonderrettungsgruppe des DRK Mitglied ist, ist begeistert von den neu geschaffenen Räumlichkeiten. „Jetzt sind wir zukunftsfähig gerüstet für Ausbildung und Einsatz“, sagt er in seiner Ansprache. Die Ausrückzeit sei durch das bessere Platzangebot deutlich verkürzt worden. Einige junge Mitglieder, die selbst tatkräftig am Umbau mitgewirkt haben, sind an diesem Vormittag da. Sie freuen sich sichtlich über das Geschaffene. Eßlinger lässt die vergangen Monate Revue passieren: „Plötzlich waren neben unserem technischen, medizinischen und Naturschutzwissen ganz andere Dinge gefragt: Abreißen, Mörtel mischen, mauern, verputzen, Spengler- und Umzugsarbeiten.“ Denn die rund 20 aktiven Mitglieder der Isnyer Bergwacht haben, um die Kosten im Rahmen zu halten, alles was ging mit viel Engagement und in Eigenregie erledigt. Er blickt aber auch in die Zukunft: „Wir sind noch nicht ganz fertig, beispielsweise wollen wir eine kleine Kletterwand in der Garage installieren und unsere Bergrettungsstation auf dem Iberg wieder auf Vordermann bringen“.
Der Kostenrahmen von 365.000 Euro für den Umbau, erklärt Armin Guttenberger, Landesleiter der Bergwacht Württemberg, wurde mit einer Punktlandung eingehalten. Das sei nur zu machen gewesen, weil die Ehrenamtler rund 2.500 Arbeitsstunden in den Umbau gesteckt haben. Unter Anleitung des Architekten Hölz und dank der vielen handwerklich begabten Mitglieder sind moderne Schulungs- und Ausbildungsräume, ein Büro, ein Schlafraum mit Stockbett, zweckmäßige und schöne Spinde, getrennte und gut ausgestattete Sanitärräume und ein gemütlicher Aufenthaltsraum mit Küche entstanden. Viel helles Holz, das vornehmlich von Schreiner Gunnar Kleebank verarbeitet und eingebaut wurde, kam dabei zum Einsatz. Für die Fahrzeuge und die Ausrüstung können die geräumigen, bestehenden Garagen genutzt werden.
DRK-Kreisgeschäftsführer Jörg Kuon erklärt, dass nach dem Neubau der DRK-Rettungswache am Angelehof, das 2018 vakant gewordene Gebäude im Bufflerweg die erste Wahl für adäquate Räume für die Bergwacht gewesen sei. Nach ersten Kostenschätzungen habe die Stadt den „ortsüblichen Vereinszuschuss“ von zehn Prozent der Baukosten zugesagt. Das Land Baden-Württemberg erteilte im August 2021 einen Förderbescheid zur Finanzierung der Umbaumaßnahme. Dennoch muss die Bergwacht Isny rund 36.000 Euro selbst stemmen.
Jetzt mag sich der ein oder andere fragen, warum wir eine Bergwacht in Isny haben? Dazu erklärt Karl-Heinz Geiger, Pressesprecher der Bergwacht: Entstanden ist der Verein, als es in der Region noch fünf Skilifte, internationale Wintersportwettbewerbe des WSV Isny, die Hasenbergschanzen, die Iberg-Schanze, die Dinkelackerschanze an der Felderhalde und eine Schanze am Flucken gab. Da für den „normalen Rettungsdienst“ diese Einsätze fast nicht zu stemmen waren, formierten sich wintersportbegeisterte Ehrenamtliche im Dienst des Roten Kreuzes. „Durch das veränderte Freizeitverhalten sind wir immer mehr auch im Sommer und vor allem bei Einsätzen im unwegsamen Gelände gefragt“, sagt Geiger.
Die ehrenamtlichen Mitglieder retten verunglückte Wanderer und Radfahrer auf der Adelgg oder Kugel, Langläufer auf dem weiten Loipennetz oder auch Skifahrer. Wettbewerbe und Veranstaltungen, bei denen geländegängige Fahrzeuge und auch Helfer gefragt sind, werden durch die Bergwacht begleitet.
Hannes Mechler, Vorsitzender des Wintersportvereins Isny (WSV), der bei der Einweihung ebenfalls vor Ort war, weiß zu schätzen, dass die Wintersportwettbewerbe des WSV ohne die Bergwacht nicht durchführbar wären.
Neue Mitglieder sind bei der Bergwacht immer willkommen. Wer sich für eine Ausbildung als Bergretter entscheidet, lernt Bergrettung in Theorie und Praxis in einem Team mit vielfältigen Möglichkeiten: Es besteht die Möglichkeit Prüfungen für Sommer- oder Winterrettung und im Naturschutz abzulegen. Treffen: jeden Freitag um 19 Uhr

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